Erstes ländliches E-Scootersharing gestartet

 

Seit Mai stehen Fahrzeuge in Meppen und Lingen bereit – Auftakt in Lingen

 
Das erste ländliche Elektroroller-Sharingsystem geht an den Start. Landrat Reinhard Winter, Oberbürgermeister Dieter Krone, Oliver Roosen und Georg Schröer von der Sparkasse Emsland, Christian Gnaß von der Emco Group und Mirko Lühn des verantwortlichen Unternehmens share2move GmbH stellten in Lingen das Projekt „meli“ vor, das seit Anfang Mai Fahrzeugflotten im Raum Meppen und Lingen bereithält. „Die Idee an sich ist nicht neu, bedurfte aber umfangreicher Entwicklungs- und Programmierarbeit, um sie emslandspezifisch umzusetzen“, erläutert Winter.

Mit dem Projekt meli – das Kürzel steht für Meppen und Lingen – können E-Roller per Smartphone im so genannten Free Floating gemietet werden. Share2move, ein Lingener Unternehmen, wird mit Unterstützung der Emco Group, der Sparkasse Emsland und dem Landkreis Emsland dieses Projekt betreiben und weiter ausbauen.

Beim Scooter Sharing zeigt eine Smartphone-App dem Nutzer an, wo gerade ein freier Roller steht. Mit einem Klick ist der Roller reserviert und der Nutzer hat dann 15 Minuten Zeit, um zum Roller zu kommen. Über die App lässt sich die Gepäckbox öffnen, in der sich zwei Helme befinden. Zugleich ist der Roller fahrbereit.

„Wir wollen eine Verringerung von CO2-Emissionen, insofern ist auch die ländliche Mobilität zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehört auch, unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander zu verbinden. Bei einer Kombination von Bus und Bahn kann ein Elektroroller-Sharing beispielsweise eine sinnvolle Ergänzung für die so genannte ,letzte Meile´ sein“, stellt Winter die Motivation für die Unterstützung der Initiative durch den Landkreis Emsland dar.

Als praktisches ergänzendes Fortbewegungsmittel sieht auch Krone die neuen Elektroroller: „Mit dem E-Scootersharing liegen wir im Trend. Die großen Städte haben es erfolgreich vorgemacht, nun ziehen wir nach und sind hier in der Region als Vorreiter mit dabei. Die blauen Scooter sind bereits jetzt ein Hingucker in unserer Stadt und machen neugierig darauf, Elektromobilität selbst zu erleben. Gerade für Schüler und Studenten, die kurz von einem Ortsteil in den anderen fahren wollen, ist das eine kostengünstige, umweltschonende und zurzeit auch sehr angesagte Alternative.“

Die Roller stammen vom Unternehmen Emco, dass bereits in zahlreichen weiteren Sharingprogrammen u. a. in Barcelona, Stuttgart, Berlin und für den Raum Europa durch die Fahrzeugvermietung Scooty Europcar E-Roller geliefert hat. „Mit dem Projekt meli sind wir nun in der Lage unsere Roller und die damit verbundene Entwicklung vor Ort zu testen und zu begleiten. Wir werden dieses Projekt nutzen um Entwicklungen und Ansprüche aller Sharingbetreiber gerecht zu werden. Wir bringen damit ein technisch aber auch systemisch neues Produkt auf den Markt“, betont Christian Gnaß von Emco. „Der grundlegende Gedanke für diese Initiative war, dass sowohl Städte als auch ländliche Kommunen Interesse an Sharing-Systemen mit E-Rollern haben. Mit „meli“ haben wir einen speziell für den ländlichen Raum entwickelten Elektroroller geschaffen“, erläutert er.

Da die bis dahin gängigen Betriebssysteme lediglich die Ansprüche des großstädtischen Raums erfüllen, waren Hausaufgaben zu machen: „Die Cloudbox, die die fortlaufende Kommunikation des Rollers mit dem Internet ermöglicht, musste entsprechend programmiert werden. Sicherheit und Stabilität der Kommunikation waren dabei sicherzustellen, denn der Roller teilt der Cloud beispielsweise mit, wo er sich gerade befindet. Auch die Handy-App, über die ein Kunde einen Roller reservieren und einschalten kann, musste optimiert werden, da die Netzabdeckung und Internetgeschwindigkeiten nicht denen von städtisch geprägten Regionen entsprechen. Ein zusätzliches technisches System wurde erarbeitet, um abgestellte Roller auch dann noch finden zu können, wenn ihr Standort wegen unzureichender Netzabdeckung nicht zu orten ist. Zudem waren u. a. ein Flottenmanagement, die Kundenverwaltung und das Bezahlsystem zu entwickeln“, erklärt Mirko Lühn von share2move.

Die Gesamtkosten für Entwicklung, Programmierung, Prototypenbau und Erprobung lagen bei 475.000 Euro. Der Landkreis Emsland stellte 100.000 Euro aus dem Programm „Beschäftigung durch Innovation“ bereit.

Informationen zu den Tarifen finden Nutzer im Internet unter www.meli-sharing.de.


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), Share2move GmbH