„Faire Blumen, faire Chancen“: Aktion der Lingener Blumenhändler

 

Fairtrade-Gruppe setzt sich kritisch mit Blumenproduktion auseinander

 
Freude schenken und ein Zeichen für den fairen Handel setzen: Passend zum Muttertag am 13. Mai hat die Lingener Fairtrade-Steuerungsgruppe die Aktion „Faire Blumen, faire Chancen“ ins Leben gerufen. In Kooperation mit dreizehn Blumenhändlern und Floristen in Lingen wollen sie in den nächsten Tagen auf die Produktion und das Angebot an Fairtrade-Rosen aufmerksam machen. „Wir haben uns gefragt, ob es ein Angebot an fair gehandelten Blumen in Lingen gibt und ob dieses auch von den Kunden nachgefragt wird“, erklären Maria Niemann, Traute Pott und Andreas Gaida den Hintergrund der Aktion. Die drei sind in der Lingener Fairtrade-Steuerungsgruppe aktiv und haben sich in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Blumenhändlern ausgetauscht. „Das Ergebnis unserer Gespräche war sehr erfreulich. Viele Blumenläden sind mit dem Thema Fairtrade vertraut und sind gerne bereit, faire Rosen verstärkt in den Tagen vor dem Muttertag in ihrem Sortiment anzubieten“, freut sich Andreas Gaida über die Unterstützung seitens der Blumenhändler in der Innenstadt und in den Ortsteilen.

Anbau von Schnittblumen ist arbeitsintensives Geschäft

„Wir haben viel recherchiert und uns intensiv mit der Produktion von Schnittblumen allgemein sowie von Fairtrade-Blumen auseinandergesetzt. Dabei ist deutlich geworden: Der internationale Anbau von Blumen ist ein arbeitsintensives Geschäft und leider auch mit Problemen behaftet“, erklärt Maria Niemann. Nach Angaben von TransFair e.V. werden jährlich alleine zum Muttertag rund acht Millionen Rosen in Deutschland verschenkt. „Diesen hohen Bedarf kann unsere heimische Produktion nicht abdecken. Laut TransFair müssen rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittblumen importiert werden“, macht Traute Pott deutlich. Für Anbauländer wie Kenia, Äthiopien, Kolumbien oder Ecuador spiele die Blumen- und Pflanzenindustrie eine wichtige Rolle. Sie bringe Devisen ins Land und biete zahlreiche Arbeitsplätze. „Aber die Verhältnisse vor Ort sind oft menschenunwürdig. Die Beschäftigten in den Anbauländern leiden häufig unter mangelnder Arbeitssicherheit, fehlendem Gesundheitsschutz und niedrigen Löhnen“, so Maria Niemann. Zudem sei die Produktion mit zum Teil hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln verbunden. Nicht zuletzt werden die Blumen anschließend tausende Kilometer mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen. „Ist das nachhaltig?“, haben sich die drei Initiatoren der Fairtrade-Blumen-Aktion gefragt. „Hier macht der faire Handel den Unterschied. Auf den zertifizierten Blumenfarmen gibt es klare, soziale und ökologische Standards, wie Arbeitsschutz, existenzsichernde Löhne, ein Verbot gefährlicher Pestizide und die Förderung des Bio-Anbaus“, berichtet Traute Pott. Und die Nachfrage nach Blumen aus fairem Handel steigt. Hochrechnungen von TransFair e.V. zeigen, dass 2017 allein rund 422 Millionen Rosen mit Fairtrade-Siegel verkauft wurden – das entspricht jeder vierten Rose.

Fairtrade keine Konkurrenz zu regionaler und saisonaler Produktion

„Wir wollen aber keineswegs, dass die Fairtrade-Rosen in Konkurrenz zu regionalen und saisonalen Freilandrosen stehen. Regional und saisonal geht vor – das beweisen wir seit drei Jahren auch erfolgreich bei unserem fairen Frühstück“, so Maria Niemann. Nur wenn saisonal keine Freilandblumen aus der Region angeboten würden, dann sollte der Griff zur Fairtrade-Rose und nicht zur herkömmlich produzierten Billig-Rose gehen. „Da ist Fairtrade die bessere Alternative“, betonen die drei Steuerungsgruppen-Mitglieder. Für sie steht fest: „Wenn wir als Verbraucher nach fair produzierten Rosen fragen und bereit sind, den etwas höheren Preis zu zahlen, lohnt es sich auch für unsere hiesigen Blumenhändler, dieses Angebot regelmäßig vorzuhalten. Wir haben die Wahl und die Verantwortung. Faire Blumen bedeuten faire Chancen für viele Menschen!“
 

Im Rahmen der Aktion „Faire Blumen, faire Chancen“ sind faire Rosen bis zum Muttertag – teilweise auch darüber hinaus – in folgenden Geschäften in Lingen erhältlich:

 
  • Blumen Korves (Am Neuen Friedhof 29-31)
  • Blumenhaus Jannink (Lengericher Straße 24)
  • Blumen-Pavillon (Marienstraße 7)
  • Blumen-Pavillon (Waldstraße 81)
  • Evergreen Lingen famila (Rheinerstraße 115)
  • Friedhofsgärtnerei Joh. Brand (Am Alten Friedhof)
  • Gärtnerei Ernst Simon (Oberhofstraße 4)
  • Grünes Haus (Konrad-Adenauer-Ring 18)
  • Karin Wilbert (Castellstraße 9)
  • Kramerladen (Dr.-Lindgen-Straße 5-7)
  • Leonardus Zonneveld (Wochenmarktstand)
  • Schomaker Blumen und Ideen (Hessenweg 9)
  • Strauß Galerie (Schüttorfer Straße 31)


Fotos v.o.n.u.: Headerfoto Stadt Lingen (Ems), TransFair e.V., o.A.